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| Australier sagen Aldi den Kampf an |
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Die Essener Billigkette Aldi ist auch in Australien ein großer Erfolg. Jetzt wollen die dominanten Anbieter Woolworths und Coles der deutschen Kette den Garaus machen. Das dürfte nicht einfach werden. URS WÄLTERLIN (Text) und DON FUCHS (Bilder) Im australischen Einzelhandel bahnt sich ein scharfer Preiskampf an. Die beiden Marktführer Woolworths und Coles haben angekündigt, die Preise auf tausende von Artikeln zum Teil deutlich senken zu wollen. Sie wollen damit der immer stärker werdenden Aldi-Gruppe die Stirn bieten. Der deutsche Konzern ist seit 2001 in Australien und hat sein Netz von Zweigstellen auf über 200 ausgeweitet. Dutzende weitere sind geplant. Die beiden dominanten Supermärkte Coles und Woolworths mit jeweils über 700 Zweigstellen hatten - zumindest offiziell - noch vor ![]() Bunte Mischung: der Discounter konzentriert sich auch in Australien auf die notwendigsten Produkte. kurzem gemeint, der Billiganbieter sei keine Gefahr für ihre Position. Gemeinsam kontrollieren Coles und Woolworths etwa 90 % des rund 70 Mrd. austr. $ umfassenden Einzelhandelsmarktes in Australien. Den Rest teilen sich Aldi und einige kleinere Anbieter. Doch der Vormarsch von Aldi hat nun offenbar zu einem Umdenken geführt. Erst kündigte Coles an, die Preise für 8000 Produkte senken zu wollen. Wenige Tage später meldete Woolworths Pläne für Preiskürzungen bei 3500 Artikeln im Lebensmittelbereich. Kurz zuvor hatte die Marktführerin unter den Erwartungen der Analysten liegende Umsatzzahlen bekannt geben müssen. Beobachter zweifeln, dass es den beiden gelingen wird, Aldi substanziell zu schaden. Denn der deutsche Konzern sitzt auch in Australien in einem speziellen Marktsegment, dem Billigsektor. Und dieser wird auf dem Antipodenkontinent immer wichtiger und beliebter: in keinem anderen Industrieland sind die Preise für ![]() Gute Aussichten: Aldi erfreut sich wachsender Beliebtheit auf dem Antipodenkontinent. essenzielle Waren wie Lebensmittel in den letzten Jahren so gestiegen wie in Australien. Laut OECD haben die Kosten für Lebensmittel zwischen 2000 und 2009 um 41,3 % angezogen. Die Preiseskalation – laut Kritikern im wesentlichen ein Ergebnis des Klammergriffs der beiden Quasi-Duopolisten Woolworths und Coles - hat Aldi tausende von neuen Kunden gebracht. Aldi Australien hat sich gegenüber den Medien wenig beeindruckt gezeigt von der Ankündigung der Konkurrenten. Die Gruppe ist es bereits gewöhnt, dass ihr die Grossen folgen: so mussten Coles und Woolworths zähneknirschend das von Aldi eingeführte, so genannte „Unit-Pricing“ einführen. Verbraucher haben damit die Möglichkeit, Preise verschiedener Anbieter anhand von Einheiten – etwa 100 Gramm – zu vergleichen. Wer ein australisches Aldi-Geschäft betritt, wähnt sich in Deutschland. Das Layout ist dem in Nürnberg oder München angeglichen – dem Aldi-Standardformat eben. Sogar die Produkte sind oft deutsch. Wer Haribo-Gummibärchen sucht, findet sie in jedem Laden im ersten Gestell, links unten, gleich neben der Schokolade aus Deutschland. Das Aldi-Konzept des minimalistischen Angebotes ist auch in Australien erfolgreich: der Anbieter offeriert nicht eine umfassende Palette an fast identischen Produkten, sondern konzentriert sich aufs Notwendige: eine Sorte scharfer Senf, eine Art gehackter Tomaten. Während Woolworths und Coles bis zu je 25 000 Produkte in den Gestellen haben, sind es bei Aldi ein paar hundert. Ergänzt wird das Angebot mit populären wöchentlichen Spezialartikeln wie Staubsaugern, Skijacken und Pfannensets - alles in Markenqualität, aber zu einem wesentlich niedrigeren Preis als bei der Konkurrenz. Einer Studie des Marktforschungsinstituts AC Nielsen zufolge könnte Aldi in Australien im Verlauf dieses Jahres sein Zweigstellennetz auf 300 ausbauen und bis zu 10 % des Einzelhandels kontrollieren.
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